Spielplatz zu verkaufen

OP-Online 11.01.2012

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Etwas versteckt zwischen Quer-, Römer- und Siedlerstraße liegt dieser Spielplatz, der im Sommer 2009 grundsaniert wurde. Nach dem Willen der CDU könnte das Areal verkauft werden.

Dietzenbach (nl) - Dietzenbach ist eine kinderreiche Stadt, mit positiven aber auch negativen Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken. Kämmerer Dietmar Kolmer weiß alljährlich ein Lied davon zu singen, wenn er den Haushalt einbringt.

Die Kindertagesstätten etwa wollen erst einmal finanziert sein, die Kleinkindbetreuung ebenso und nicht zuletzt auch die öffentlichen Spiel- und Freizeitflächen. 170.000 Euro hat der Kämmerer für letztere im Haushalt 2012 eingestellt, ein Posten, der sowohl bei dem Dreierbündnis aus SPD, WIR-BFD und GDL als auch den Christdemokraten nicht unbemerkt geblieben ist. So etwa wünscht sich das Dreierbündnis eine Auflistung über alle Spielstätten und hat außerdem in einem Hauhaltsantrag gefordert, die Stadt möge den Spielplatz am Keltenring verkaufen.
Auch die CDU hält die Veräußerung eines Spielplatzes im Stadtteil Steinberg für sinnvoll, schlägt allerdings vor, anstelle des Spielplatzes Keltenring den nur zwei Fußminuten entfernten Spielplatz Siedlerstraße (siehe Foto) zu schließen. Dies hätte ihrer Ansicht nach „weniger bis keine Auswirkungen auf die Attraktivität des Wohnbereichs“. Der Spielplatz Keltenweg werde häufiger genutzt, meint die CDU. Bei beiden Grundstücken handele es sich um sogenannte Filetstücke. Der Spielplatz Siedlerstraße war allerdings erst im Sommer 2009 für 15.000 Euro grundsaniert worden.

20 öffentliche Spielplätze zu unterhalten

Insgesamt 20 öffentliche Spielplätze haben die Städtischen Betriebe derzeit zu unterhalten, dazu kommen der Generationenspielplatz an der Friedensstraße, die zwölf Spielplätze der Kindertagesstätten, Skateranlagen, die Balanciermeile und Bolzplätze. Die Wartung der Spielstätten ist zeit-, aber auch kostenintensiv: Rund 150.000 Euro hatte die Stadt für das Haushaltsjahr 2011 zur Verfügung gestellt, um sie sauber und funktionsfähig zu halten, Grünpflege inbegriffen.
Für die Kitas waren zusätzlich mehr als 75.000 Euro anberaumt – für Personalkosten, Fahrten, aber auch die Müllentsorgung. Und auch, wenn die Unterhaltskosten den Löwenanteil ausmachen: Ebenso müssen Spielgeräte ab und an durch neue ersetzt werden. So etwa hatte das Parlament im Jahr 2010 50.000 Euro für Neuinvestitionen in der Martinstraße genehmigt. Allein ein Kletternetz etwa kostet 15.000 Euro – fast doppelt so viel, wie die Stadt für Inspektion und Reinigung für einen einzelnen Spielplatz im ganzen Jahr ausgibt.