Vermittler zwischen den Kulturen - 21.03.12

OP-Online - 21.03.2012

Cengiz Hendek

Duda

Dietzenbach - Cengiz Hendek hat mit 32 Jahren schon Spuren in der Kreisstadt hinterlassen. Er war von 2002 bis 2006 Vorsitzender des Ausländerbeirats und sitzt seit 2011 für die SPD als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament. Von Christoph Zöllner

Geboren in Groß-Gerau als drittes Kind türkischer Eltern, zog er 1981 nach Dietzenbach. Nach seinem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Fachinformatiker und arbeitete als Anwendungsentwickler. An der Hochschule Darmstadt erwarb er seinen Bachelor in Informatik, doch will er nun auch noch den Master draufsetzen. Seit Februar ist Hendek auch Vorsitzender des Vereins „Zusammenleben der Kulturen“. In unserer Redaktionsküche sprach der 32-Jährige über seine vielfältigen Aufgaben und Ziele.

Sie haben einmal gesagt, dass die Integration in Dietzenbach gelungen sei, wenn Cengiz Hendek als deutscher Name wahrgenommen werde. Gibt es immer noch Unterschiede zwischen Schimanski und Hendek?
Es ist schon besser als vor zehn Jahren, aber so mancher tut sich bei der Aussprache meines Namens immer noch schwer.

Wohl vor allem beim Vornamen...
Ja, beim Nachnamen besteht eher Verwechslungsgefahr mit Hendrik.

Seit wann haben Sie die deutsche Staatsangehörigkeit?
Ich wurde vor fünf Jahren eingebürgert, habe auch keinen türkischen Pass mehr. Was auf dem Papier steht, ist das eine, wie man sich fühlt, eine andere Sache.

Wie fühlen Sie sich denn?
Ich fühle mich als Deutscher mit Migrationshintergrund, und als solcher bin ich ein Vermittler zwischen den Kulturen.

Haben Sie deshalb den Vorsitz des Vereins „Zusammenleben“ übernommen?
Das ist ein interessantes Aufgabenfeld. Während es in der Politik eher darum geht, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Integration gelingen kann, fördert unser Verein konkrete Projekte. Es sind mehrere kleine Puzzleteile, die zusammen ein Bild ergeben.

Warum sind Sie in die SPD eingetreten?
Ich habe bei dieser Partei die größte Schnittmenge mit meinen Standpunkten gefunden. Prägend waren auch Gespräche mit dem inzwischen verstorbenen Fraktionsvorsitzenden Peter Gussmann. Für mich war er ein Vorbild.

Sie sitzen jetzt seit fast einem Jahr im Parlament. Lief es für Sie wie erwartet?
Da ich als Ausländerbeiratsvorsitzender schon mit der Politik zu tun hatte, wusste ich genau, worauf ich mich einlasse. Insofern gab es keine Überraschungen. Am schwierigsten ist es, bei bestimmten Themen ruhig zu bleiben und die Gegenseite mit Argumenten zu überzeugen.

Das komplette Küchengespräch lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Offenbach-Post vom 21. März.