Erster Stadtrat Lang (SPD) und Bürgermeister Rogg

OP-Online 22.06.2015

Erster Stadtrat Lang (SPD) und Bürgermeister Rogg
„Rathausgespräch“: Von Imagefragen und Sauberkeit

Dietzenbach -  Etwa 80 Besucher, darunter viele Parteimitglieder, haben in der „Linde“ eine Fragerunde mit den beiden hauptamtlichen Magistratsmitgliedern verfolgt. Von Barbara Scholze

Im Endspurt des Bürgermeisterwahlkampfes hatte die SPD für Samstag zu einem Bürgerdialog eingeladen. Dieser sollte den Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe, „Rathausgespräche in der Linde“, machen. Dem Wirtshaus, das die Stadt erst kürzlich an „Platea“-Wirt Ilias Kourtoglou verkauft hat, steht die offizielle Wiedereröffnung zwar erst noch bevor, für das Podiumsgespräch aber wurde schonmal der Saal bereitgestellt. Rede und Antwort standen auf der Bühne Bürgermeister Jürgen Rogg und der neu gekürte Erste Stadtrat Dieter Lang (SPD), die Fragen stellten SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrike Alex und Rainer Engelhardt, Chef des SPD-Ortsverbandes.

Das „Aufreger“-Thema indes ging an der gut vorbereiteten Fragerunde auf dem Podium vorbei und kam erst gegen Ende der Veranstaltung bei den Publikumsbeiträgen zur Sprache. Um die Sauberkeit in der Stadt stehe es seit Längerem katastrophal, bemängelte etwa Geschäftsfrau Gabi Schmidt. Auch an den Bahnhöfen, die schließlich ein Entree der Stadt bildeten, sei es schlimm, ergänzte eine andere Besucherin: „Wenn man an der Endstation aussteigt, hat man das Gefühl, man ist in einer Kloake gelandet.“ Die Vermüllung nehme zu, musste der Bürgermeister eingestehen. In diesem Jahr fehle zudem die Aktion „Sauberhaftes Dietzenbach“, die üblicherweise immer im Frühjahr stattfindet, diesmal allerdings auf den Herbst verschoben wurde (wir berichteten). „Wir müssen aber auch früher ansetzen, möglichst in den Schulen, und den Jugendlichen beibringen, mit Müll anders umzugehen.“ Eine Patentlösung gebe es nicht. Was die Bahnhöfe angehe, könne er nur auf Verhandlungen mit der Deutschen Bahn setzen, sagte Rogg.

Darüber hinaus streifte die Diskussion auf dem Podium aktuelle Fragen der Stadt, etwa die Situation der Flüchtlinge oder der Vereine. Wie es denn mit dem Ruf Dietzenbachs aussehe, wollten die Moderatoren unter anderem wissen. „Das ist mittlerweile eher ein lokales Problem“, sagte Rogg. Verhandele er mit internationalen Investoren, so gehe es um Bereiche wie Infrastruktur, Anbindung und die Größe möglicher Gewerbeflächen. „Das Image von Dietzenbach wird meist nicht thematisiert.“

Von Dieter Lang wollten Alex und Engelhardt wissen, ob ihn als Arbeitsfeld nicht auch die Kämmerei gereizt hätte, die derzeit der Bürgermeister verantwortet. „Die Zeiten, in denen ein Kämmerer nach Gutsherrenart bestimmt, sind vorbei“, sagte Lang. Grundsätzlich schaue er mit Rogg gemeinsam auf die Etats. Ganz im Sinne der Haushaltskommission, die große Erfolge gebracht habe. „Wir haben jeden Fachbereich genau untersucht, das wurde in den letzten zehn Jahren bestimmt nicht gemacht“, so Lang.

Aufgelockert wurde der „Polit-Talk“ nicht nur durch eine kabarettistische Einlage von Schauspieler Reiner Wagner. Auch eine kleine Kurzfrage-Runde brachte Abwechslung. So sollte Rogg folgenden Satz ergänzen: „Ich verliere die Geduld wenn…“. – und entschied sich für die Aussage: „… ich in der Stadtverordnetenversammlung sitze“.