Zweiter Anlauf für Carsten Müller 22.03.15

OP-Online 22.03.2015

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Carsten Müller

SPD-Kreisbeigeordneter zieht erneut in Landrats-Wahlkampf

Zweiter Anlauf für Carsten Müller

Dietzenbach - Er zählt zwar erst 42 Lenze, gilt aber in Politikerkreisen bereits als alter Hase: Seit 2004 ist Carsten Müller SPD-Unterbezirksvorsitzender und seit 2005 Kreisbeigeordneter. Nun steuert der Jurist und Fluglehrer im zweiten Anlauf den Chefsessel im Kreishaus an. Von Christoph Zöllner

Die SPD im Kreis Offenbach hat ihn gestern in Dietzenbach als Kandidaten für die Landratswahl am 27. September präsentiert.

Während Landrat Oliver Quilling schon in der vergangenen Woche vom CDU-Parteitag in Mühlheim aufs Schild gehoben worden ist, steht Müller dies noch bevor: Der SPD-Unterbezirk trifft sich jedoch erst am 20. Juni in Mainhausen. Ob Müller dann wie Quilling 99,2 Prozent Zustimmung von seiner Partei erfährt? Immerhin haben ihn die Kreistagsfraktion und der Unterbezirksvorstand bei einer gemeinsamen Sitzung einstimmig gewählt. „Er hat uns in den vergangenen Jahren sehr vorangebracht. Wir sind mehr als nur zufrieden mit seiner Arbeit“, lobte Vize-Vorsitzende Ruth Disser bei der Pressekonferenz.

Bereits 2009 war Müller gegen Quilling angetreten. Damals entschied der CDU-Mann das Rennen in der Stichwahl mit 63,3 Prozent der Stimmen für sich. Diesmal ist Müller optimistischer: „Ich habe eine motivierte Partei hinter mir, die mit mir versuchen wird, die Wahl zu gewinnen.“ Wer aber jetzt glaubt, dass Müller dem Amtsinhaber den Fehdehandschuh ins Gesicht schlägt, sieht sich getäuscht. „Es gibt keinen Grund, einen großen Knatsch herbeizuführen“, sagte der 42-Jährige, der vielmehr auf einen fairen Wahlkampf setzt. Angesichts der Großen Koalition im Kreistag wäre dies sonst nicht glaubwürdig, meint Müller.

Thema Wohnungsmangel auf der Agenda

Punkten will der Genosse, der seit zehn Jahren als Sozialdezernent, seit fünf Jahren zudem als Kämmerer wirkt, wie Frankfurts OB Peter Feldmann mit dem Thema Wohnungsmangel. „Auch im Kreis Offenbach müssen wir mehr Wohnraum schaffen“, sagte Müller. Der Kreis solle als Dienstleister für die Städte und Gemeinden auftreten und mit seinen Einflussmöglichkeiten für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt sorgen. Gegenüber dem Land, das die Kommunen nicht mit genug Geld ausstatte, will Müller deutlicher seine Stimme erheben. Auch sei der sogenannte Pakt am Nachmittag kein Ersatz für die von der SPD geforderten Ganztagsschulen. Um die Zukunft des Kreises zu sichern, bedürfe es nicht nur Bildung, sondern auch sozialer Sicherheit und Gerechtigkeit.

Nein. Der bekennende Eintracht-Fan, der verheiratet ist und einen Sohn (4) sowie eine Tochter (2) hat, will keinen Streit mit Quilling. Am Ende jedoch kann sich der Heusenstammer eine kleine Spitze gegen den Neu-Isenburger nicht verkneifen: „Er hat bei seinem Alter schon eine 5 davor, ich noch eine 4.“