Erster Stadtrat wird gewählt - 17.12.14

FR-Online - 17.12.2014

Von Annette Schlegl

Am Freitag, 19. Dezember, sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung darüber entscheiden, wer Nachfolger von Erstem Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) wird, der für das Bürgermeisteramt kandidieren will. im Vorfeld geht es rund.

Das Hauen und Stechen um den Posten des Ersten Stadtrats in Dietzenbach hat begonnen: Die CDU stichelt gegen die SPD, die Jusos kritisieren die Nominierung von Guido Kaupat (CDU). Auch die anonyme Gruppe AG Recherche, die vor zwei Jahren schon einen 22-seitigen Recherche-Bericht über „rechte Tendenzen in der CDU“ veröffentlicht hat, mischt kräftig mit. Am Freitag, 19. Dezember, sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung darüber entscheiden, wer Nachfolger von Dietmar Kolmer (CDU) wird, der für das Bürgermeisteramt kandidieren will.

Die Dietzenbacher Sozialdemokraten haben am Freitagabend offiziell gemacht, was gut unterrichtete Kreise schon vor einigen Wochen wussten: Dieter Lang geht für die Partei ins Rennen um das Amt des Ersten Stadtrats. Sollte er gewählt werden – „wovon wir ausgehen“, so die Fraktionsvorsitzende Ulrike Alex –, hänge die Entscheidung, ob die SPD auch einen Bürgermeisterkandidaten aufstellt, davon ab, ob der Amtsinhaber Jürgen Rogg (parteilos) erneut kandidiert. Sollte dies der Fall sein, werde die SPD keinen eigenen Bewerber ins Rennen schicken.

Die CDU hatte der SPD schon im Vorfeld der Nominierung von Lang vorgeworfen, sie verkaufe ihr Recht, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen, an die Gruppierung WIR-BfD für die Möglichkeit, einen sozialdemokratischen Ersten Stadtrat in der Verwaltungsspitze bis 2020 platzieren zu können. Die SPD bildet bekanntlich mit WIR-BfD und GDL eine Kooperation.

Kaupat bleibt umstritten

Die Frage des Ersten Stadtrats müsse auch nicht am Freitagabend entschieden werden, meint CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stephan Gieseler. Dies sei auch noch nach der Bürgermeisterwahl Mitte nächsten Jahres oder nach der Kommunalwahl im Jahr 2016 möglich.

Den Vorwurf eines Verkaufs weist die SPD als „grenzwertig“ zurück, äußert aber „Verständnis“ für Gieselers Forderung, die Stadtratswahl zu verschieben. Dies sei wohl der Qualität des CDU-Kandidaten geschuldet, meint Ulrike Alex. Um dessen „unheilvollen Einfluss“ zurückdrängen, habe Gieseler im vergangenen Jahr in einer dramatischen Mitgliederversammlung den Vorsitz übernommen.

Sowohl die Jungsozialisten als auch eine Gruppierung namens AG Recherche haben sich auf Guido Kaupat als Stadtratskandidaten eingeschossen. Die AG Recherche trat vor zwei Jahren erstmals in Erscheinung, als sie der Dietzenbacher CDU vorwarf, teilweise rechtsextreme Positionen zu vertreten.

Jetzt ist sie zu dem Ergebnis gelangt, dass Kaupat „nach wie vor in rechtspopulistischen und islamfeindlichen Gewässern fischt“, schreibt Pressesprecher Daniel Neumann. Ein Stadtverband, der einen solchen Politiker einstimmig als seinen Kandidaten nominiert, müsse mit dem Vorwurf leben, wenigstens zum Teil Positionen der extremen Rechten zu dulden. Und auch die Jusos meinen, den CDU-lern müsse bewusst sein, „wo Kaupat politisch zu verorten ist“.