Streit um Stadtratswahl 23.12.14

OP-Online 23.12.2014

Taktische Spiele „unwürdig“

Dietzenbach - Wie es „mit der Würde der kommunalen Vertretung“ vereinbar sei, „dass sie am Freitag zur Bühne eines Schmierentheaters wurde“, das fragt SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrike Alex im Nachgang zur Wahl des Ersten Stadtrats.

Die Sozialdemokraten, deren Kandidat Dieter Lang knapp das Rennen gegen den von den Linken ins Feld geführten und maßgeblich von der CDU unterstützten parteilosen Jörg-Michael Haas gemacht hatte, danken in einer Pressemitteilung ihren Kooperationspartnern GDL und WIR-BfD für die Unterstützung Langs – kritisieren aber auch das Verhalten der CDU-Fraktion.

Im Vorfeld der Wahl habe CDU-Parteivorsitzender Stephan Gieseler „noch den Moralwächter gegeben“, erinnert Alex, „und Absprachen bezüglich der Bürgermeisterwahl als ‘Verkauf’ gebrandmarkt“ – was die SPD angesichts dessen Amtes als geschäftsführender Direktor des Hessischen Städtetages als „grenzwertig“ ansieht. Daher interessiere die SPD jetzt dessen Stellungnahme: „Warum hat man nicht mit offenem Visier den gemeinsamen Kandidaten von CDU und Linken in Spiel gebracht?“

Geradezu grotesk mute die Aussage Guido Kaupats an, es gehe nicht um taktische Spiele – „denn genau darum ging es“, so Alex. Als Dietmar Kolmer (CDU) 2009 zum Ersten Stadtrat gewählt wurde, hätten die Sozialdemokraten „selbstverständlich die Mehrheiten akzeptiert“.