Vorstoß für Jugendcafé

FR-Online - 13.06.2012

Jusos wollen Treff im Alten Rathaus
Von Christoph Manus

Für ein Jugendcafé im Alten Rathaus wollen sich die Dietzenbacher Jungsozialisten einsetzen. Es soll nach ihren Vorstellungen die Lücke füllen, die der Abriss des städtischen Jugendzentrums (Juz) und das Aus für den privat organisierten Club 33 hinterlassen hätten.
Mehr offene Jugendarbeit in Dietzenbach haben außer den Sozialdemokraten jüngst auch Vertreter der Grünen Dietzenbacher Liste sowie der Verein Kinder- und Jugendwelten gefordert. Jugendliche hätten keine Lobby in der Stadt, mangels Alternative seien sie gezwungen, sich irgendwo rumzudrücken, hieß es bei einer Podiumsdiskussion zum Thema.
Die Jusos stellen sich vor, dass ein noch zu gründender Verein die offene Jugendeinrichtung betreibt. Diese könnte jeden Mittwoch bis Freitag geöffnet sein, nachmittags für Jugendliche bis 16, abends für die Älteren. „Wir möchten möglichst viel über ehrenamtliche Arbeit regeln“, sagt Filippos Kourtoglou, der Dietzenbacher Juso-Vorsitzende. Ganz ohne städtische Zuschüsse werde es aber nicht gehen, räumt er ein. „Dies muss für die jüngste Stadt Hessens realisierbar sein, gerade weil es aktuell nichts Vergleichbares in und um die Altstadt gibt.“
Mobiliar und Geräte seien noch aus dem Bestand des früheren Juz und des Clubs 33 zu haben, hofft der Stadtverordnete. Vielleicht könne man auch um Spenden bitten.
Mit Vereinen, wie dem für das Zusammenleben der Kulturen und den anderen politischen Nachwuchsorganisationen haben die Jusos schon gesprochen – mit der Stadt noch nicht. Dem Ersten Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) ist das Konzept daher noch neu. „Klingt so ähnlich wie der Club 33“, sagt der Sozialdezernent. Doch dieser sei am Ende nicht mehr von der eigentlichen Zielgruppe genutzt worden. Ob die Stadt das Jugendcafé unterstütze, müsse die Politik entscheiden. Die Zuschussmöglichkeiten seien aber angesichts der Vorgabe, zu sparen, begrenzt. „Wir haben die Jugendarbeit, die für die Stadt notwendig und finanzierbar ist.“
Fachbereichsleiter Walter Fontaine verweist darauf, dass die Stadt seit Ende Mai jeden Sonntagabend einen offenen Treff für Jugendliche und junge Erwachsene im Bildungshaus anbietet. Bisher kämen 30 bis 40 Jugendliche. „Wir sind auf einem gutem Weg.“
Die Jusos wollen die Pläne am Montag, 18. Juni, 20 Uhr, in der katholischen Jugendeinrichtung Wolke 7, Am Steinberg 88-90, diskutieren.